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Korn des LebensBild

Wichtigste Kulturpflanze

 

Reis ist die älteste und wichtigste Kulturpflanze der Erde. Reis wird auch das Korn des Lebens genannt. Kein anderes Getreide ist für die Ernährung der Menschen wichtiger. Annähernd 3 Milliarden Menschen, davon 2 Milliarden in Asien, ernähren sich hauptsächlich von Reis. In vielen asiatischen Ländern ist das Wort Reis gleichbedeutend mit „Nahrung".

Auch heute noch pflanzt der Kaiser von Japan jedes Jahr in einer besonderen Zeremonie Reis und alljährlich ist er der Schutzpatron einer Erntezeremonie. Der König von Thailand leitet nach alter Tradition im Anschluss an die Regenzeit persönlich eine Feier, in der die erste Pflugfurche zur Reisfeldvorbereitung gezogen wird. In der westlichen Welt wird Reis bei Hochzeiten als Glücks- und Fruchtbarkeitssymbol geworfen.

 

Reis erobert die Welt

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Reis erobert die Welt

Reis erobert die Welt

Reisschütte

Die Geschichte der Kultivierung von Reis beginnt im 5. Jahrtausend v. Chr. Heute gibt es über
100.000 verschiedene Reissorten und Reis wird auf jedem Kontinent außer der Antarktis angebaut.

China

Aus China stammen die ältesten Zeugnisse einer Kultivierung von Reis. Die neuesten Funde von Reiskörnern und Spelzen bei Ausgrabungen im Jangtzedelta Südchinas gehen auf das
5. Jahrtausend v. Chr. zurück.

Thailand

Bereits 10.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung wurde Reis in Nordthailand geerntet.

Indonesien

Im 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung kam der Reis nach Indonesien und auf die Philippinen. Schnell verbreitete sich der Reisanbau über die Inselwelt nördlich und südlich des Äquators.

Indien

Heilige Schriften berichten von Reis als Opfergabe für die Götter. Schon um 2.400 v. Chr. werden dabei verschiedene Reissorten erwähnt. Aus den traditionsreichen Anbaugebieten am Fuß des Himalaja stammt der edle Duftreis Basmati.

Japan

Über Korea kam der Reisanbau vermutlich im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Japan. Aber erst 600 Jahre später gelangte das Wissen über den Reisanbau mit der Einwanderung chinesischer Reisbauern in den Norden des Landes.

Mittelmeerraum

Von Asien gelangten die Reiskörner nach Arabien und Persien. Um 1.000 v. Chr. brachten die Araber die Reispflanze dann nach Ägypten und weiter nach Spanien, wo der Reis seine erste europäische Heimat fand. Über Nordafrika wurde der Reis in Sizilien und dem übrigen Italien eingeführt und der typisch italienische Risotto konnte geboren werden.

Amerika

Im 17. Jahrhundert soll ein an der Küste von Carolina gestrandeter Kapitän aus Europa seinen Lebensrettern einen Sack Reis geschenkt haben. Heute sind in den USA vor allem die Staaten Mississippi, Texas und Arkansas für die Reisproduktion wesentlich.

Mit den spanischen und portugiesischen Kolonialherren kam Reis ca. 100 Jahre später nach Südamerika. Dort wird er heute in Brasilien und Kolumbien angebaut.

Australien

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Japaner nach Australien und brachten den Reis damit auch auf den fünften Kontinent.

 

Reisanbau

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Reis wird fast ausschließlich zur eigenen Ernährung angepflanzt und direkt in den Anbauländern verzehrt. Nur ca. 5 % der Gesamtproduktion werden auf dem Weltmarkt gehandelt , wobei die USA, Thailand und europäische Länder wie Italien, Spanien und Frankreich zu den wichtigsten Reisexporteuren zählen.

Bergreisanbau

Je nach Anbaubedingungen unterscheidet man zwischen Berg- und Wasserreis. Bergreis (auch Trockenreis) wird auf trockenen Böden vorzugsweise an Berghängen mit hoher Luftfeuchtigkeit angebaut. Mengenmäßig ist er weltweit jedoch eher unbedeutend.

Wasserreisanbau

Der so genannte Wasserreis steht mit den Füßen im Wasser. Voraussetzung für diese Anbaumethode ist ein feuchtwarmes Klima. Bei dieser Methode werden entweder Jungpflanzen in bewässerten Saatbeeten angezogen und anschließend in die überschwemmten Äcker gesetzt. Oder vorgekeimte Reiskörner werden mit der Hand oder mit Hilfe von Spezialflugzeugen direkt in die überschwemmten Felder gesät.

Während des Wachstums wird das Wasser durch Dämme in der optimalen Höhe gehalten. Kurz bevor der Reis reif ist und geerntet wird, werden die Dämme der Felder angestochen und das Wasser abgelassen.

Reisfeld
 

Die Reispflanze

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Das Reiskorn

Das Reiskorn

Getreidegras mit schlanken Halmen

Reis ist ein 80 bis 120 cm hohes Getreidegras aus der Familie der Süßgräser. Im Aussehen ähnelt er unserem Hafer. Auf einem schlanken Halm trägt die Pflanze etwa 10 bis 20 überhängende Rispen mit jeweils 50 bis 200 Reiskörnern. Am besten gedeihen Reispflanzen in einem feuchten, tropischen Klima.

Das Reiskorn

Vier Grundbestandteile bilden das Reiskorn: der stärkehaltige Mehlkörper, die Silberhaut, der Keimling sowie mehrere Randschichten. Das ganze Korn wird durch eine harte Deckspelze umhüllt, die in einer Granne ausläuft. Keimling, Silberhaut und Randschichten enthalten besonders viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. In den Randschichten befindet sich außerdem der Hauptteil der verdauungsfördernden Ballaststoffe.