Uncle Ben's®
ReisheitenBild

Reisbräuche

 

Das Werfen von Reis bei Hochzeiten ist eine aus Asien stammende Tradition. Sie soll den frisch Vermählten Kindersegen bescheren, denn Reis gilt seit je als Fruchtbarkeitssymbol. Aus diesem Grund werden auch fast ausschließlich weibliche Gottheiten mit Reis in Verbindung gebracht.

Im asiatischen Raum spielt Reis bei vielen Neujahrsbräuchen eine wichtige Rolle. 7 Tage vor Neujahr wird in China dem Küchengott geopfert. Mit süß-klebrigem Reis wird ihm quasi „Honig ums Maul geschmiert“, damit er dem himmlischen Jadekaiser nur Positives berichtet.

Am Laternenfest, 15 Tage nach Neujahr, werden Tangyuan, das sind Klößchen aus klebrigem Reismehl mit süßer Füllung, gegessen. Da im Chinesischen Tangyuan und Tuanyuan (= Familientreffen) fast gleich klingen, ist das Gericht ein Symbol für das Zusammenkommen und die Eintracht der Familie.

Die Japaner verspeisen am Neujahrsmorgen sogenannte Mochi (sprich „Motschi"), das sind süße Bällchen aus gestampftem Klebreis. Das soll Glück bringen und ein langes Leben.

In Nepal ist eine Reiszeremonie besonders wichtig, bei der das Kind zum ersten Mal feste Nahrung, eben Reis, bekommt. Die Zeremonie findet etwa 6 Monate nach der Geburt statt und viele Verwandte und Bekannte nehmen daran teil.

 

Reisfabeln

top
 
Reisfabeln

Reis ist ein Geschenk des Himmels

Einer Legende nach liebte zu Anbeginn der Zeit der Himmel die Erde. Als er sich über sie beugte, um sie zu küssen, fielen einige Getreidekörner aus seiner Tasche und wuchsen auf der Erde zu den ersten Reispflanzen. Reis ist den Menschen also direkt vom Himmel geschenkt worden.

 

Die Legende von Shivas großer Liebe

top
 

Der indische Gott Shiva verehrte dereinst eine wunderschöne Frau. Er umwarb sie und versprach, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Da stellte die Schöne ihrem Verehrer eine Aufgabe. Er solle eine Speise finden, die jeder Mensch zu jeder Zeit essen könne, ohne jemals Widerwillen dagegen zu empfinden.

Shiva machte sich sofort auf die Suche, doch ehe er die Aufgabe lösen konnte, wurde die schöne Frau alt und starb. Auf ihrem Grab wuchs eine Pflanze mit wohlschmeckenden Körnern. Dort fand sie der traurige Shiva und brachte die Körner den Menschen. Damit sie eine Speise hatten, von der sie zu jeder Zeit essen konnten, ohne jemals Widerwillen dagegen zu empfinden, so wie es sich seine große Liebe gewünscht hatte.

 

Das philippinische Reismädchen

top
 

Von den Philippinen kommt die Geschichte eines Mädchens, das am Fluss saß und weinte. Es war so traurig, weil seine Mutter gestorben war. Mit ihrem Vater lebte sie in einer winzigen Hütte und beide arbeiteten für einen Großgrundbesitzer.

Das Mädchen blickte lange auf den ruhig dahinfließenden Fluss, da sah sie einen Halm, der im seichten Wasser wuchs. Sie pflückte ihn und entdeckte, dass er goldene Körner trug. In diesem Moment fühlte sie sich angenehm leichter und sie war überzeugt, dass die Mutter ihr diesen Halm geschickt hatte. Sie ging nach Hause und pflanzte die Körner hinter dem Haus. Schon bald wuchsen unzählige solcher Halme und trugen reiche Ernte, die ihre ganze Hütte füllte. So geschah es, dass das Mädchen und ihr Vater durch Reis zu freien Menschen wurden.

 

Die Seele des Reises

top
 

In Malaysia erzählt man sich folgende Geschichte: In früherer Zeit musste Reis nicht auf den Feldern geerntet werden. Jeden Tag kam ein Reiskorn von selbst und fand seinen Weg in den Kochtopf, der immer voll war.

Eines Tages jedoch hoben neugierige Kinder den Deckel des Kochtopfs, um nachzusehen, was sich darin befand. Und sie sahen ein kleines Mädchen im Kochtopf sitzen. Es war die Seele des Reises. Als das kleine Mädchen die Kinder erblickte, erschrak es sehr und verschwand. Seit diesem Zeitpunkt kommen die Reiskörner nicht mehr. Der Mensch muss den Reis auf Feldern anpflanzen und in gebeugter Haltung ernten.

Die Seele des Reises

Der Reis reicher Leute

top
 
Der Reis reicher Leute

Vor langer Zeit lebte in China eine sehr reiche Familie. Sie lebten in Saus und Braus und veranstalteten viele große Feste. Wenn die Diener Speisen zubereiteten, gingen sie sehr sorglos mit den Zutaten um. Sie verstreuten viele Reiskörner, aber weil es von allem in Fülle gab, ließen sie die Körner einfach achtlos liegen.

Doch dann kam eine große Dürre, der Reis vertrocknete auf den Feldern und die Lebensmittel wurden immer knapper. Auch die reiche Familie hatte jetzt nicht mehr genug zu essen, die Eltern starben und die Kinder verließen das Haus.

Nur das jüngste Kind blieb zurück. Als es nichts mehr zu essen fand, ging es zu einem Mönch, der in der Nähe lebte, und bat ihn um eine Mahlzeit. Der Mönch schenkte dem Kind einen großen Sack voll Reis. Als sich das Kind bedankte, sagte er: „Du musst dich nicht bedanken. Dieser Reis gehört deiner Familie, aber die Diener haben die Reiskörner, die sie verstreuten, achtlos liegen lassen. Ich habe alle aufgesammelt und jetzt gebe ich sie dir zurück“.

Witziges rund um den Reis

top
 

Haben Sie vielleicht ein Reisfeld in der Garage? Und noch dazu ein schnelles? Die japanische Automarke „Honda“ bedeutet nichts anderes als „Hauptreisfeld“, und „Toyota“ wird korrekt mit „Reiches Reisfeld“ übersetzt.

Reis wird auch als Brot der Asiaten bezeichnet, denn er ist das wichtigste Lebensmittel dieses Kontinents. So verzehren Asiaten pro Kopf und Jahr ca. 100 bis 200 kg Reis – wir Deutschen dagegen nur ca. 2 bis 3 kg.

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt:
Willst du eine Stunde glücklich sein, dann betrinke dich;
willst du drei Tage glücklich sein, dann heirate;
willst du ein Leben lang glücklich sein, dann iss täglich Reis.

Ein anderes chinesisches Sprichwort sagt: Selbst die geschickteste Hausfrau kann ohne Reis kein Essen kochen.

In Thailand fragen die Menschen zur Begrüßung nicht: „Wie geht’s?" Sie fragen: „Heute schon Reis gehabt?“

Reispflanzen eignen sich hervorragend zur Bepflanzung des heimischen Gartenteiches. Die einjährige Reispflanze samt sich an ihrem sumpfigen Standort jedes Jahr wieder von selbst aus.

Witziges rund um den Reis