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Wie wächst Reis?

Reis ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel weltweit. Jährlich werden mehrere hundert Millionen Tonnen produziert. Während die Deutschen pro Jahr und Kopf nur etwa 5 Kilogramm Reis essen, sind es bei Asiaten mit rund 150 Kilogramm ein Vielfaches mehr. Dort wird auch der Großteil des Reises weltweit angebaut. Hierzulande kennt man Reisfelder praktisch nicht. Wie wächst Reis also eigentlich? Und wie sieht eine Reispflanze überhaupt aus?

Die Reispflanze: Wie sieht Reis aus?

Die Reispflanze ähnelt Hafer und sie gehört ebenso zu den Süßgräsern. Eine Reispflanze besteht im Aufbau aus schlanken Halmen mit einer Höhe von etwa 80 bis 120 Zentimetern. Aus diesen wachsen die langen Rispenblüten. Zur Erntezeit hängen die 10 bis 20 Rispen pro Pflanze mit bis zu 300 Reiskörnern schwer herunter.

Jedes Korn ist von einer Schale umgeben, der sogenannten Deckspelze. Diese ist nicht für den Verzehr geeignet und wird nach der Ernte entfernt. Darunter befindet sich der restliche Aufbau des Reiskorns: ein stärkehaltiger Mehlkörper, ein Keimling und eine mehrschichtige Silberhaut. Letztere ist unterteilt in Fruchtschale, Samenschale und proteinhaltige Aleuronschicht.

Vollkornreis (auch Naturreis oder brauner Reis) wurde von der Spelze befreit, hat jedoch noch das Silberhäutchen und den Keimling. Beim weißen Reis wurden diese hingegen vom Reiskorn poliert, was unter anderem zur Haltbarmachung geschieht.

Wo wird Reis angebaut?

Es gibt viele verschiedene Reissorten, manche wurden extra für sehr unterschiedliches Klima gezüchtet. Besonders gut wächst Reis in feuchtem, tropischem Klima. Ihren Ursprung hat die Reispflanze vermutlich in den Flussdeltas des Yangtze, Ganges, Euphrat oder Tigris. Seit mindestens 7.000 Jahren baut der Mensch bereits Reis an. Über 90 Prozent der weltweiten Reisproduktion findet in Asien statt – vor allem in China, Indien, Thailand, Vietnam und Indonesien.

Die übrigen Anbauregionen sind Europa, Nord- und Südamerika sowie Afrika. Das Erstaunliche: 95 Prozent des weltweit geernteten Reises werden im Ursprungsland verzehrt.

Wie wird Reis angebaut?

Am bekanntesten sind die großen Reisterrassen, auf denen Reispflanzen vorrangig in asiatischen Ländern kultiviert werden. Doch es gibt auch Reissorten, die beispielsweise an Berghängen auf trockenem Boden gedeihen.

Nassreisanbau

Die Pflege der Felder und die Ernte erfolgen beim Nassreisanbau fast ausschließlich von Hand. Maschinen kommen nur selten zum Einsatz, beim Pflügen helfen häufig Wasserbüffel. Die vorbereiteten Felder und Terrassen werden unter Wasser gesetzt, damit Unkraut und Schädlinge keine Chance haben. Dämme sorgen dafür, dass sich das Wasser staut. Der Reis ist eigentlich keine Wasser- oder Sumpfpflanze, hat sich mittlerweile jedoch diesen Bedingungen perfekt angepasst.

Die vorgezogenen Sämlinge setzen Arbeiter auf den gefluteten Feldern in der Regel per Hand ein. Dort wächst der Reis heran und bildet Blüten, die sich selbst bestäuben. Nach etwa fünf Wochen sind die Reiskörner ausgereift und die Ernte kann beginnen – wiederum von Hand. Zuvor lassen die Reisbauern das Wasser von den Felder und Terrassen ab.

Trockenreisanbau

Trockenreis benötigt zum Wachsen zwar auch viel Wasser und eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit, er übersteht jedoch auch Trockenphasen sehr gut. Diese Anbaumethode wird dort genutzt, wo Nassreispflanzen nicht angebaut werden können, beispielsweise in Europa und den USA. Trockenreis eignet sich für den Anbau an Hängen, wo die Samen oft nur etwas vorgekeimt und dann auf den Feldern ausgesät werden – teils per Flugzeug. Aufgrund des fehlenden stehenden Wassers wächst jedoch auch Unkraut, sodass die Ernteerträge in der Regel geringer ausfallen.

Weißer oder brauner Reis – was ist der Unterschied?

Nach der Ernte wird der Reis gedroschen, getrocknet und gereinigt. Nachdem die Spelze entfernt wurde, ist der dann noch braune Naturreis bereits verzehrfertig. In den meisten Fällen werden die Reiskörner anschließend noch poliert beziehungsweise abgeschliffen, um die Silberhaut und den Keimling zu entfernen. Übrig bleibt das weiße Korn. Dieser Arbeitsschritt ist oftmals notwendig, denn die äußere Schicht enthält auch Fett und verdirbt darum gerade im feuchtwarmen Klima schnell. Der geschälte und polierte Reis hingegen ist fast unbegrenzt haltbar.

Vielfalt der Reispflanzen

Es gibt viele Arten von Reispflanzen, die wiederum in Tausende Sorten unterteilt sind. Man unterscheidet drei Typen:

Indica:

  • Langkornreis mit schlanken Körnern in einer Größe von mindestens 6 Millimetern
  • Hauptanbaugebiete: Südostasien, Südasien, Madagaskar, Karibik, Süden der USA
  • Gehört zu den Reispflanzen, die auch Trockenperioden überstehen
  • Beim Kochen nehmen die Körner wenig Flüssigkeit auf
  • Bekannte Sorten: Jasminreis, Basmatireis

Javanica:

  • 5,2 bis 6 Millimeter große Körner
  • Mischform aus Langkorn und Rundkorn
  • Hauptanbaugebiet ist Italien
  • Der Mittelkornreis Carnaroli eignet sich zum Beispiel gut für Risotto

Japonica:

  • Der Rundkornreis hat eine ovale Form und ist maximal 5,2 Millimeter lang
  • Angebaut wird er vor allem in Ostasien, Arabien, Südamerika, Australien
  • Der Kern der Körner ist weich und nimmt viel Flüssigkeit auf
  • Durch seine klebrige Konsistenz eignet er sich für Milchreis, Risotto oder Sush
Sonderfall Wildreis

Der sogenannte Wildreis ist eigentlich gar keine Reispflanze, auch wenn es sich dabei ebenfalls um ein Süßgras handelt. Er kommt vor allem in China und Nordamerika vor und war ein wichtiges Nahrungsmittel der Ureinwohner Amerikas. Wildreis zeichnet sich durch seinen nussigen Geschmack aus und gilt als Delikatesse. Wildreis und Langkornreis werden gerne im Mix angeboten.

Geschält oder ungeschält, spitz oder rund: Für jeden etwas!

Je nach Sorte und abhängig davon, wie der Reis wächst, kann er ganz unterschiedlich schmecken. Sogar die Bodenbeschaffenheit kann einen Einfluss auf den Geschmack haben. Uncle Ben’s bietet eine große Auswahl an Reissorten, entweder im Kochbeutel oder als vorgegarter Express-Reis, einfach nur den puren Reis oder ergänzt um weitere Zutaten wie Quinoa. Alle Uncle Ben’s Produkte kannst Du natürlich noch verfeinern und mit ihnen vielfältige Gerichte kreieren.

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